Die Geschichte

hinter dem Verein

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Geschichte

Mit der Säkularisation 1803 und dem Wiener Kongress 1815 begann die Auflösung der geistlichen Staaten und Klöster. Damit galten viele als wertvoll erachtete Gegenstände und Quellen als „herrenlos“. Sie wurden verkauft, getauscht oder liefen Gefahr, vernichtet zu werden.
Um dem entgegenzuwirken, wurde auf Betreiben des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, Ludwig Freiherr von Vincke, 1825 ein Verein gegründet, dessen Ziel das Sammeln, Sichern und Erforschen historischer Quellen und Gegenstände mit und ohne westfälischen Bezug war.
Die Münsteraner Abteilung, zunächst Zweigverein der im Vorjahr in Paderborn gegründeten Abteilung, rief ihre Mitglieder zur Sammlung „vaterländischer Altertümer“ auf. Im Fokus standen dabei schriftliche und gegenständliche Quellen, für die der Bau eines Museums für westfälische Altertümer in Münster geplant war.

Schon vor der Entstehung des Museums war die Vereinssammlung Grundlage für Ausstellungen in den Jahren 1836, 1840, 1842, 1869 und 1879. 1866 gelangten die Sammlungen des aufgelösten Vereins „Westfälische Gesellschaft für vaterländische Cultur“ in Minden an die Abteilung Münster.

Mit der Einweihung des damaligen Landesmuseums für die Provinz Westfalen (heute das LWL-Museum für Kunst und Kultur) im Jahr 1908 wurde die Sammlung des Altertumsvereins Teil von dessen Grundstock. Das Museum nahm auch die wertvolle Bibliothek des Vereins auf, während die archivalischen Sammlungen 1927 als Depositum in das Staatsarchiv Münster, das heutige Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen, gelangten.

Weitere Schwerpunkte der frühen Vereinsarbeit lagen in der wissenschaftlichen Forschung und deren Vermittlung. Dazu gehörte zunächst die Publikation von Quellenwerken, insbesondere eines 11-bändigen „Westfälischen Urkundenbuchs“, eines westfälischen Siegelwerkes (der ersten Publikation dieser Art überhaupt, die einen geschlossenen Raum abdeckt) und einer Reihe von Heberegistern. 1895 und 1896 wurde die wissenschaftliche Arbeit des Vereins in die von ihm zunächst als Ausschüsse gegründete Altertumskommission für Westfalen und die Historische Kommission für Westfalen ausgegliedert.

Direktorinnen und Direktoren des Vereins von 1825 bis heute

1825 – 1829 Friedrich Kohlrausch
1834 – 1851 Dr. Heinrich August Erhard
1851 – 1858 Caspar Geisberg
1858 – 1859 Dr. Bernhard Hölscher
1859 – 1866 Heinrich Geisberg
1866 – 1872 Dr. Hermann Heinrich Rump
1872 – 1874 Dr. Adolf Hechelmann
1875 – 1877 Heinrich Geisberg
1877 – 1880 Dr. Peter Beckmann
1880 – 1894 Adolf Tibus
1894 – 1898 Prof. Dr. Heinrich Finke
1898 – 1908 Prof. Dr. Anton Pieper
1909 – 1923 Dr. Wilhelm Eberhard Schwarz
1923 – 1928 Prof. Dr. Ludwig Schmitz-Kallenberg
1928 – 1941 Prof. Dr. Anton Eitel
1943 – 1946 Prof. Dr. Gerd Tellenbach
1946 – 1951 Prof. Dr. Anton Eitel
1951 – 1963 Prof. Dr. Karl Zuhorn
1963 – 1971 Prof. Dr. Joseph Prinz
1971 – 1979 Prof. Dr. Alfred Hartlieb von Wallthor
1979 – 1989 Prof. Dr. Erwin Iserloh
1989 – 2000 Prof. Dr. Hans-Joachim Behr
2000 – 2008 Prof. Dr. Franz-Josef Jakobi
2008 – 2024 Prof. Dr. Mechthild Black-Veldtrup
seit 2024 Dr. Peter Worm