Prof. Dr. Mechthild Black-Veldtrup

Die Ruhrbesetzung 1923/1925 – nur ein Thema für das Ruhrgebiet? Die gar nicht so unwichtige Rolle Münsters

Montag, 27.4.2026, 19.00 Uhr

Während der Zeit der Ruhrbesetzung und des „Passiven Widerstands“ 1923 wurden zahlreiche Kommunalpolitiker und -beamte, Polizeiangehörige und Eisenbahner von den Besatzern aus dem Ruhrgebiet ausgewiesen. Man geht von ca. 140.000 Menschen aus. Die Hauptanlaufstelle für die meisten von ihnen war die Stadt Münster. Bei der (Bezirks-)Regierung Münster wurde sehr schnell ein eigenes Dezernat eingerichtet, die so genannte „Hilfsstelle“, die für die Versorgung der Ausgewiesenen mit Geld und Wohnraum zuständig war; am Hauptbahnhof gab es zeitweise einen von der Hilfsstelle organisierten Stand, der Ankommende auch nachts unterstützte. Sobald die Menschen erstversorgt waren, übernahm die Hilfsstelle für einen Teil von ihnen auch die weitere Betreuung. Im Dezernat wurden sogar Ausweise gefälscht, um einigen Personen die kurzfristige Rückkehr ins Ruhrgebiet zu ermöglichen. Der prominenteste unter ihnen ist der spätere Regierungspräsident und Ministerpräsident Amelunxen. Bereits 1925 wurde die Hilfsstelle wieder aufgelöst. Die im Landesarchiv erhaltenen Akten dazu bieten spannende Einblicke in eine Zeit, die geprägt ist von Gewalterfahrungen, aber auch von Organisationstalent in einer Ausnahmesituation. 

Der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr im Plenarsaal des Landeshauses, Freiherr-vom-Stein-Platz 1, 48147 Münster

Der Eintritt ist frei!