Dr. Michael Malliaris

Archäologische Entdeckungen in der fürstbischöflichen Landesburg Nienborg (Heek-Nienborg, Kr. Borken)

Von 2021 bis Ende 2024 führte das Fachreferat für Mittelalter- und Neuzeitarchäologie der LWL-Archäologie bauvorgreifende sowie baubegleitende Ausgrabungen im Bereich des neu errichteten Torhauses Burg 24 in Heek-Nienborg, Kr. Borken durch. Dabei wurden sehr gut erhaltene Überreste eines mittelalterlichen Steinturmes, eines Abschnitts der ehemaligen Burgmauer sowie des verfüllten Grabens der ersten Befestigung der im Jahr 1203 erstmals urkundlich erwähnten, vom Münsteraner Fürstbischof Hermann II. von Katzenelnbogen gegründeten Burg freigelegt. Die ungewöhnlichen und spannenden Befunde und Funde der vorzustellenden archäologischen Ausgrabung bereichern das Bild von der baulichen Entwicklung der Burg erheblich. Die überraschende Aufdeckung des Skeletts eines enthaupteten Mannes auf der Sohle des Burggrabens gibt zudem Einblicke in ein menschliches Schicksal des 14. Jahrhunderts und regt viele, teilweise noch ungeklärte Fragen an.

Ein Großteil der steinernen baulichen Zeugnisse, die beim Abriss des „alten Torhauses“ gesichert wurden, wurde in den an gleicher Stelle errichteten Neubau integriert. Sie werden zukünftig unter anderem dank Fördermitteln des Landes NRW in Verbindung mit einem vielfältigen medialen Vermittlungsangebot des Trägervereins Landesburg Nienborg e.V.“ im „archäologischen Keller“ von Burg 24 dauerhaft sichtbar bleiben.

Der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr im Plenarsaal des Landeshauses, Freiherr-vom-Stein-Platz 1, 48147 Münster.

Der Eintritt ist frei!

Über den Referenten:

Michael Malliaris, geboren 1964 in Frankfurt/Main, studierte in Bonn, Berlin und Thessaloniki die Fächer Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Altgriechisch. 1992 schloss er das Studium als Magister artium an der Freien Universität Berlin ab. Von 1993 bis 2007 war er freiberuflich als auch angestellt bei Landesdenkmalämtern, archäologischen Fachfirmen und archäologisch-historischen Museen in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt tätig. Von 2008 bis 2015 verantwortete er die Ausgrabung des Berliner Schlosses in Berlin-Mitte im Auftrag des Landesdenkmalamtes Berlin, aus der das Thema seiner 2016 abgeschlossenen Promotion im Studiengang Vor- und Frühgeschichte an der Freien Universität Berlin über die Baugeschichte des mittelalterlichen Dominikanerklosters in Cölln an der Spree erwuchs. Von 2018 bis 2022 verantwortete er die „Großgrabung Molkenmarkt“ des Landesdenkmalamtes Berlin in Berlin-Mitte. Im Juli 2022 übernahm er die Leitung des Fachreferats für Mittelalter- und Neuzeitarchäologie der LWL-Archäologie für Westfalen.